Ganglabor

Im Ganglabor beschreiben wir mit wissenschaftlicher Genauigkeit das Gangbild unserer Patienten.

Im Unterschied zur konventionellen Videoanalyse, die sicherlich viele aus dem Sportgeschäft kennen, können wir den Bewegungsablauf quantifizieren und objektiv erfassen.

Der Vorteil liegt vor allem in der dreidimensionalen Erfassung der Gelenkwinkel (Abb. 4), Gelenkbelastungen und Gelenkleistungen, die mit einer zweidimensionalen Videoanalyse nicht sichtbar sind. Dazu benutzen wir aufgebrachte Markerpunkte (Abb. 1) die mit 8 Hochgeschwindigkeitskameras (www.vicon.com) erfasst werden. Mittels zweier im Boden eingelassener Kraftmessplatten können über ein Computermodell (Abb. 3) die inneren Gelenkkräfte und die, durch die Muskeln verursachten, Drehmomente berechnet werden.

Abb. 1: Anbringen der Markerpunkte
Abb. 2: Gehen auf dem Laufstek mit aufgeklebten Elektroden zur Messung der Muskelaktivität
Abb. 3: Computermodell zur Berechnung der Gelenkwinkel, Leisung und Belastung
Abb. 4: Kniewinkel während einem Gangzyklus bei einem Patienten (rot links, grün rechts) im Vergleich zur Norm (blau)
Abb. 5: Druckverteilung unter der Fußsohle, Normfuß (Mitte) im Vergleich zum Spitzfuß (rechts)

Je nach Fragestellung messen wir auch mit einer im Boden eingelassenen Druckmessplatte die Druckverteilung unter dem Fuß (Abb. 5) oder überprüfen mit Hilfe der Elektromyographie (Abb. 2)  die Muskelaktivität beim Gehen.

Mit unserer Arbeit verfolgen wir insbesondere drei Ziele:

  • Abklärung auffälliger Gangbilder und Ursachenforschung von Schmerzen
  • Optimierung der Behandlung (gezielte Planung von Operationen sowie Hilfsmittelversorgung oder Physiotherapeutischer Maßnahmen)
  • Kontrolle von Therapie- und Operationsauswirkungen


Wie läuft eine Ganganalyse ab?

  • Klinische Untersuchung (Gelenkbeweglichkeit und Muskelkraft am Hüft, Knie und Sprunggelenk)
  • Ablegen der Bekleidung bis auf die Unterwäsche (günstig sind kurze Unterwäsche bzw. Sportbadehose oder Bikini)
  • Aufkleben reflektierender Marker auf die Haut (Abb. 1)
  • Aufkleben von EMG-Elektroden (Abb. 2)
  • Mehrmaliges Gehen und evtl. Laufen auf einer Strecke von 8-12 m Länge
  • Fotodokumentation

Wie lange dauert eine Analyse und welche Belastungen treten auf

Eine Ganganalyse dauert je nach Fragestellung zwischen 2 und 3 Stunden und ist völlig schmerzfrei. Die Analyse hat keine Nebenwirkungen und verursacht keine Strahlenbelastung. Angehörige oder Therapeuten können während der Messung selbstverständlich dabei sein.

Das Team

Weitere Informationen